Metakognition: Meditation trifft Neurowissenschaft

Während Meditation sich dem widmet, wie unser Geist arbeitet, erforscht die Wissenschaft das, was während mentaler Prozesse geschieht.

Meditation als praktizierte Achtsamkeit - also das bewertungsfreie Erkennen dessen was gerade geschieht ohne sich damit zu identifizieren, ist die Praxis dessen, was die Wissenschaft als "metakognitives Bewusstsein" beschreibt, sinngemäß übersetzt  als "Denken über das Denken".

Die Metakognition ist der Achtsamkeit sehr ähnlich und ist eine Form von Intelligenz.

Die höchste Form der Intelligenz ist weder kognitive Intelligenz noch Logik, Gedächtnis oder Geschwindigkeit. Neurowissenschaftlern zufolge ist die seltenste Form der Intelligenz etwas völlig anderes. Die meisten Menschen entwickeln sie nie. Und diejenigen, die sie entwickeln, überflügeln still und leise alle anderen. Die höchste Form der Intelligenz ist Metakognition – die Fähigkeit, über das eigene Denken nachzudenken, nicht blind zu reagieren, nicht im Autopilotmodus zu handeln, sondern den eigenen Geist in Echtzeit zu beobachten.
Es bedeutet, die eigenen Gedanken wahrzunehmen, die Reaktionen zu hinterfragen, emotionale Reflexionen zu unterbrechen und Überzeugungen zu aktualisieren, anstatt sie zu verteidigen. Jedes Mal, wenn man sich fragt: „Moment mal – warum habe ich so reagiert?“, beginnt sich das Gehirn zu verändern. Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass beim Beobachten der eigenen Gedanken eine Region, der sogenannte präfrontale Kortex, aktiviert wird. Diese Region ist nicht für Handlungen oder Emotionen zuständig, sondern für die Selbstbeobachtung. Das Gehirn richtet seine Aufmerksamkeit buchstäblich nach innen. Die meisten Menschen lassen ihre mentalen Prozesse automatisch ablaufen. Metakognition ist anders. Sie ist wie ein Computer, der seine Programme während des Betriebs bearbeiten kann. Deshalb entwickeln sich selbstbewusste Menschen so viel schneller als andere.
Das ist keine bloße Denkweise. Es ist neuroelektrische Umstrukturierung. Bewusstsein verändert unser Denkvermögen, und die meisten Menschen entwickeln diese Fähigkeit nie, weil Metakognition extrem unangenehm ist. Sie lehrt uns, innezuhalten statt zu reagieren, zu hinterfragen statt uns zu verteidigen und ehrlich zu akzeptieren, dass wir scheitern können. Unser Ego sträubt sich dagegen, aber Wachstum erfordert es.