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Deine Platz der Inspiration

Tauche ein in die Welt der Meditation und Achtsamkeit. Hier findest du Beiträge, die dir helfen, deinen Weg in die Meditation klarer werden zu lassen. 

Da diese Seite erst Anfang März 2026 erstellt wurde, sind erst wenige Beiträge übertragen! Hab Geduld 

Wozu meditieren?

Für viele Menschen ist Meditation ein wertvoller Weg, um im eigenen Leben mehr körperliche und geistige Entspannung, innere Ruhe und Frieden zu finden. Sie fördert sowohl die psychische als auch die physische Gesundheit, stärkt das Immunsystem und erleichtert den Umgang mit belastenden Emotionen.

Darüber hinaus ermöglicht sie, Freude und Liebe intensiver zu erleben und die Fähigkeit zu entwickeln, klarer zu denken und zu handeln. Durch die Praxis der Achtsamkeit werden impulsive Reaktionen, die meist unbewusst geschehen, bewusster wahrgenommen.

Zusammengefasst trägt regelmäßige Meditationspraxis zu einer besseren Lebensqualität und zu einem friedlicheren Umgang mit sich selbst und anderen bei. In schwierigen Lebenssituationen ermöglicht ein konstruktiver Umgang mit den eigenen Emotionen, Ängste sowie festgefahrene Urteile und Reaktionsmuster zu identifizieren und zu reduzieren, was in vielen Fällen deeskalierend wirkt.

Menschen, die meditieren, wirken oft entspannter, freundlicher und insgesamt positiver. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Meditation nicht nur angenehm ist.

Sie klärt Denken, Fühlen, Handeln und Reagieren und fördert positive Eigenschaften wie Liebe und Mitgefühl. Gleichzeitig werden auch negative Anteile wie Neid, Missgunst und übersteigerter Stolz bewusster. Es wird gesagt, dass die eigenen „Dämonen“ während der Meditation wachgerufen werden.

Daher sollte man sich bewusst sein, dass Meditation ein Reinigungsprozess ist, der oft auch herausfordernd und schmerzhaft sein kann.

Im Leben sind Herausforderungen und Schmerz unvermeidlich, genau wie ruhige, entspannte Momente und Freude.

Um erfolgreich meditieren zu können, sind Willenskraft und Geduld erforderlich. Dies trifft sowohl auf die Meditation als auch auf alle anderen Fähigkeiten zu, die wir im Leben erlernen möchten.


Die zwei Pfeile des Buddha

Vom historischen Buddha existiert eine Anekdote, in der er seinen Zuhörern den Unterschied zwischen Schmerz und Leiden verbildlichen wollte.
Schmerz, ob körperlich oder seelisch, sagte Buddha, ist ein Pfeil, der dich trifft. Es ist der erste Pfeil, mit dem du den Schmerz einfach wahrnimmst.

Nun kann es sein, dass dich ein zweiter Pfeil trifft, der einen zusätzlichen Schmerz verursacht. Dieser zweite Pfeil ist deine Bewertung, deine Ablehnung und dein Kampf gegen den Schmerz des ersten Pfeils. Der zweite Pfeil lässt dich anspannen und verkrampfen und verdoppelt und verlängert deine Schmerzempfindung.

Wenn es dir gelingt, dich in den Schmerz des ersten Pfeils zu entspannen und ihn ohne Bewertung und ohne Ablehnung anzunehmen, weil er ja ganz einfach da ist, dann kannst du verhindern, dass dich der zweite Pfeil trifft.
Das Gleiche geschieht mit Gedanken, Gefühlen und Emotionen.
Je mehr du dich gegen die unangenehmen Phänomene deiner Lebendigkeit wehrst, desto stärker und aufdringlicher werden sie.
Diese Lehre dient als Eckpfeiler für Buddhas Ansatz zum Verstehen und Lindern von Leiden und veranschaulicht, wie Befreiung in der Veränderung der eigenen Beziehung zur Erfahrung wurzelt.

In der Meditation entspannst du Körper und Geist gleichermaßen und akzeptierst die Dinge, die in deinem Körper und deinem Geist aufsteigen. Es sind bewegliche, lebendige Energien. Sie kommen und gehen wie Wolken am Himmel. Du akzeptierst, dass sie kommen und du akzeptierst, dass sie vergehen.
Das Sallatha Sutta betont die Bedeutung von Achtsamkeit, Weisheit und Verständnis im Umgang mit den unvermeidlichen Schmerzen des Lebens. Indem man Einsicht in die Natur der Gefühle entwickelt, kann man unnötiges seelisches Leiden vermeiden und mit mehr Frieden und Gleichmut leben.


Dyaden-Meditation

Eine Dyaden-Meditation ist eine paarbasierte Meditations-Methode.
Diese Form der Meditation geht auf Dr. Eric J. Pearl, den Begründer von Reconnective Healing zurück.
Im Verlauf der Dyade übernehmen die beiden Teilnehmer im Zeitrahmen von etwa 5 Minuten abwechselnd die Rolle des bezeugenden Zuhörers oder des sprechenden Meditierers.

 

Die Rolle des Zuhörers:

Der Zuhörer stellt seinem Gegenüber eine vorgegebene Frage und übernimmt die Rolle des empathisch zuhörenden Zeugen für das, was sein Gegenüber in Bezug auf die Frage mitteilt.
Die Aufgabe des Zuhörers ist lediglich, durch empathisch präsentes Zuhören den Raum zwischen beiden zu halten.

Die Rolle des Sprechers:

Der Sprecher ist aufgefordert, tief in sich hinein zu fühlen und mitzuteilen, was in ihm in Bezug auf die gestellte Frage an Gedanken, Gefühlen und Empfindungen in ihm auftaucht. Seine Mitteilung kann in Sätzen oder Stichworten geschehen. Wichtig allein ist, möglichst authentisch das zu beschreiben, was im aktuellen Moment in ihm geschieht.

Die Fragen:

Die gestellten Fragen zielen darauf ab, dem Sprechenden die Möglichkeit zu geben, tief in sich hinein zu fühlen und zu bekunden, was in diesem Moment in ihm auftaucht.

Für den Zuhörer ergibt sich die Möglichkeit, einfach empathisch und präsent zu sein.

Eine typische Frage kann folgende sein:

„Empfänglich sein für alles was ist, was erlebst du jetzt?“

Verlauf der Dyaden-Meditation:

Zuhörer und Sprecher tauschen im Verlauf von einigen Minuten mehrmals die Rollen, sodass jeder der beiden die Möglichkeit hat Zuhörer und Sprecher zu sein. Dadurch, dass mehrmals die Rollen getauscht werden, steigert sich die persönliche Erfahrung in Tiefe und Intensität.

Der Zeitrahmen der Rollen beschränkt sich jeweils auf etwa 5 Minuten, kann aber auch länger oder kürzer sein.


Selbstdisziplin entwickeln

Meditation ist Geistesschulung. Ebenso, wie wir ein Handwerk kennenlernen und darin Fertigkeiten entwickeln oder im anderen Bereichen Fähigkeiten erlernen und üben, müssen wir auch unseren Geist kennenlernen und schulen, um gut meditieren zu können und unsere Ziele zur inneren Entwicklung zu erreichen.

Dazu müssen wir Selbstdisziplin fördern, uns an unsere Abmachungen halten und Regeln einhalten.

Was du dafür brauchst und dabei auch förderst:

  • Willenskraft
  • Geduld
  • Liebe und Akzeptanz
  • Durchhaltevermögen

Selbstverständlich ist Meditation kein Selbstzweck. Sie ist eine Geisteshaltung, eine Art und Weise, mit den eigenen Gedanken, Gefühlen und Emotionen so umzugehen, dass der Alltag  die Chance bekommt erfüllender zu werden. Gedanken dazu findest du auch im Beitrag "Wozu meditieren?".


Metakognition: Meditation trifft Neurowissenschaft

Während Meditation sich dem widmet, wie unser Geist arbeitet, erforscht die Wissenschaft das, was während mentaler Prozesse geschieht.

 

Meditation als praktizierte Achtsamkeit - also das bewertungsfreie Erkennen dessen was gerade geschieht ohne sich damit zu identifizieren, ist die Praxis dessen, was die Wissenschaft als "metakognitives Bewusstsein" beschreibt, sinngemäß übersetzt  als "Denken über das Denken".

Die Metakognition ist der Achtsamkeit sehr ähnlich und ist eine Form von Intelligenz.

Die höchste Form der Intelligenz ist weder kognitive Intelligenz noch Logik, Gedächtnis oder Geschwindigkeit. Neurowissenschaftlern zufolge ist die seltenste Form der Intelligenz etwas völlig anderes. Die meisten Menschen entwickeln sie nie. Und diejenigen, die sie entwickeln, überflügeln still und leise alle anderen. Die höchste Form der Intelligenz ist Metakognition – die Fähigkeit, über das eigene Denken nachzudenken, nicht blind zu reagieren, nicht im Autopilotmodus zu handeln, sondern den eigenen Geist in Echtzeit zu beobachten.
Es bedeutet, die eigenen Gedanken wahrzunehmen, die Reaktionen zu hinterfragen, emotionale Reflexionen zu unterbrechen und Überzeugungen zu aktualisieren, anstatt sie zu verteidigen. Jedes Mal, wenn man sich fragt: „Moment mal – warum habe ich so reagiert?“, beginnt sich das Gehirn zu verändern. Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass beim Beobachten der eigenen Gedanken eine Region, der sogenannte präfrontale Kortex, aktiviert wird. Diese Region ist nicht für Handlungen oder Emotionen zuständig, sondern für die Selbstbeobachtung. Das Gehirn richtet seine Aufmerksamkeit buchstäblich nach innen. Die meisten Menschen lassen ihre mentalen Prozesse automatisch ablaufen. Metakognition ist anders. Sie ist wie ein Computer, der seine Programme während des Betriebs bearbeiten kann. Deshalb entwickeln sich selbstbewusste Menschen so viel schneller als andere.
Das ist keine bloße Denkweise. Es ist neuroelektrische Umstrukturierung. Bewusstsein verändert unser Denkvermögen, und die meisten Menschen entwickeln diese Fähigkeit nie, weil Metakognition extrem unangenehm ist. Sie lehrt uns, innezuhalten statt zu reagieren, zu hinterfragen statt uns zu verteidigen und ehrlich zu akzeptieren, dass wir scheitern können. Unser Ego sträubt sich dagegen, aber Wachstum erfordert es.


Müde nach der Meditationssitzung?

Wenn du dich nach einer Meditations-Session müde fühlst, ist das ein Zeichen, dass du deinen Körper entspannt hast. Ganz sicher warst du auch vorher schon müde, hattest die Müdigkeit aber mit Aktivität und Anspannung überdeckt.

Mit der Meditation bist du zur Ruhe gekommen und du hast die Anspannung losgelassen und spürst jetzt deine Müdigkeit.

Das Entspannen des Körpers ist eine Begleiterscheinung von Meditation. Mit Techniken wie der Atembetrachtung entwickeln wir Samatha (Ruhe), das parasympathische Nervensystem wird aktiv Stresshormone werden reduziert, die wechselhafte Gedankentätigkeit beruhigt sich und der Körper entspannt.

 

Ruhe ist eine Voraussetzung, um überhaupt erst in Meditation zu gelangen! Die vordergründige Ruhe und Entspannung ist aber noch nicht die Meditation. Es ist eine Vorstufe. Wenn du in diesem Stadium deine Session beendest, weil die Zeit abgelaufen ist, oder weil du immer wieder eingenickt bist, dann hast du Ruhe und körperliche Entspannung erreicht, aber noch keine Meditation erlebt.

Viele Menschen kommen zur Meditation, weil sie sich Ruhe und Entspannung vom Stress des Alltags wünschen. Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden, aber dafür muss man keine Meditations-Seminare besuchen. Dafür reichen Entspannungstechniken.

Meditation geht tiefer! Mit “tiefer” sind Stufen der Meditation gemeint, auf denen der Geist ruhig und entspannt ist und darüber hinaus immer klarer, entspannter und wacher wird. Das geschieht bereits auf den ersten beiden Stufen der meditativen Versenkung. 
(siehe Rupa-Jhanas).

Wenn du Meditation wirklich erreicht hast in deiner Session, wirst du sie beenden und dich wach und erfrischt fühlen. Eine der Wirkungen von Meditation ist die Erholung für Körper und Geist.


Rupa-Jhanas

Wer sich innere Ruhe und Frieden wünscht, wird irgendwann wahrscheinlich einmal daran denken Meditation auszuprobieren.

Das klingt ja alles ganz toll, exotisch und mystisch.
Die initiale Begeisterung wird bei vielen allerdings schnell ausgebremst, weil der Geist – um den es dabei maßgeblich geht – einfach nicht das machen will, was man sich so vorgestellt hat. Der spaziert lustig von einem Gedanken zum nächsten und erzählt Geschichten und hat die tollsten Ideen, um sich abzulenken. Eine Teilnehmerin erzählte mir mal, dass ihr Geist während unserer Meditationssitzung die Einkaufsliste für die gesamte Woche zusammengestellt hatte. Von der Konzentration auf den Atem keine Spur.
Ein untrainierter Geist ist wie ein junger Hund, der lebenslustig seine Umgebung erkundet und seinen Besitzer mitunter zur Verzweiflung bringt.

Ja, es geht um Konzentration, was vielen Menschen ungeheuer schwer fällt. Eigentlich kein wirkliches Wunder, wenn man sich daran erinnert, wie viel Ablenkung und Reizüberflutung unsere Welt doch zu bieten hat.

Konzentration und Meditation?
Schließt sich das nicht aus? Stimmt, es ist nicht das Selbe. Konzentration ist ein Hilfsmittel, das behilflich ist, in die Meditation hinein zu finden.
Vielleicht ist der Vergleich mit dem jungen Hund ganz passend, den man an die Leine nimmt, damit er da bleibt. Die Leine steht für die Konzentration auf das Meditationsobjekt. Das kann die Bewegung des Atems sein oder die Bewegung des Körpers bei aktiven Methoden oder einfach Körperempfindungen, auf die man sich konzentriert. Hauptsache ist, dass der Geist nicht auf Wanderschaft geht.

Kommen wir mal zum Titel dieses Beitrags

Rupa Jhanas 

Sie sind die ersten vier meditativen Vertiefungen. Rupa ist ein Pali-Wort und bedeutet Körper. Jhanas sind die Vertiefungen oder Versenkungen.
Die Rupa Jhanas sind die ersten vier Stufen, in denen der Körper emotional und sensorisch für die meditative Erfahrung noch eine Rolle spielt.
Insgesamt gibt es acht Stufen, in denen der Geist von der ersten bis zur achten immer feinstofflicher und subtiler wird. Im Verlauf klärt sich das Bewusstsein von Gedanken, es wird ruhiger, reiner und zeitloser. Es vermittelt das Erleben von Hier und Jetzt, um es mal ganz plakativ auszudrücken.

Die erste Stufe ist überhaupt erst der Eintritt in die Meditation.

Vorher ist alles nur Konzentration auf die Methode.

Bis zum Eintritt in die erste Stufe findet noch keine Meditation statt.
Dass man die erste Stufe erlangt, merkt man daran, dass sich ein wunderschönes, entzückendes Körpergefühl einstellt. Dafür gibt es auch ein Pali-Wort: Piti. Es bedeutet Entzücken oder auch Interesse.
Die Übersetzung mit Interesse finde ich dabei besonders treffend, weil ab hier wirklich ein Interesse an der Meditation geweckt wird, was wissenschaftlich begründet an der Dopamin- und Noradrenalin-Ausschüttung liegt. Es entschädigt für die Mühen des Konzentrierens und Trainierens des Geistes und es vermittelt die Gewissheit für eine wunderbare Reise zu den Potentialen menschlichen Geistes.

Die zweite Stufe bringt die Freude

Freude ist eine Emotion, die normalerweise von Bedingungen abhängig gemacht wird. In dieser Phase der Meditation braucht es keinen Grund, um Freude zu empfinden. Sie geschieht einfach bedingungslos.
Hier werden Entspannungszustände tiefer und gehen über die rein körperliche Entspannung hinaus. Der Unterschied zu Entspannungstechniken wird hierbei deutlich. Auch Unternehmungsgeist, Klarheit und Frische verstärken sich.

Die dritte Stufe bringt tiefste Zufriedenheit

Wenn die ersten beiden Stufen noch eine gewisse Erregtheit in sich haben, tritt diese nun in den Hintergrund und führt in ein Gefühl tiefster Zufriedenheit. Dies wird möglich, weil der Geist sein natürliches Sehnen nach Freude befriedigen konnte und nun loslassen, sich entspannen und zufrieden sein kann.
Durch verringerte äußere Reize in dieser sehr stillen Phase sucht das Unbewusste nach Orientierung und Sinn. Dabei können Illusionen, wie Lichtpunkte, Farben und Formen vor dem inneren Auge entstehen, die aber keine Bedeutung haben.

Die vierte Stufe bringt die Stille

In der vierten Stufe haben Körpergefühl, Freude und Zufriedenheit keine Bedeutung mehr. Hier breitet sich eine tiefe, wunschlose Stille aus, für die es weder Grund noch Ursache gibt. Es ist die Vertiefung von Zufriedenheit, in der nur noch schemenhaft Gedankenformen auftauchen können, die aber bezugslos sind.


Meditation verstehen

Meditation zu erlernen und zu verstehen, vergleiche ich gerne mit dem Erlernen eines Drahtseilaktes. Am Anfang empfindet man beides als sehr schwer und für beides müssen grundlegende Voraussetzungen erfüllt werden.

Mit die wichtigsten Voraussetzungen sind der Wille zu üben und der Entschluss nicht aufzugeben. Meditation erfordert diese beiden Voraussetzungen besonders.

Ob ich ein Meditierer bin oder ein Drahtseilkünstler, ich brauche den Willen zum Üben und ich muss fest entschlossen sein, trotz vieler Fehlschläge nicht aufzugeben.

Dein Weg zur Erfahrung von Meditation.

Sowohl Ruhe im Geist, als auch Balance auf einem dünnen Seil, sind Fähigkeiten, die erlernt und geübt werden müssen. Einen anderen Weg zum Erfolg gibt es nicht, und dies ist wesentlich, um Meditation zu verstehen.

Den Geist durch konsequentes Üben zu beruhigen, indem ich Meditation erlerne und verstehe, entspricht der Fähigkeit eines Drahtseilkünstlers, einen einzigen Schritt auf dem Seil machen zu können. Sein Ziel ist aber, auf dem Seil von A nach B zu kommen, um am Ziel seinen Preis in Empfang nehmen zu können.

Unser Ziel beim Meditieren ist, unseren Geist so weit zu schulen, dass wir vollkommen klar und innerlich frei und entspannt sein können. Den Geist zu beruhigen, ist dabei die Voraussetzung, um den Weg zur inneren Freiheit überhaupt gehen zu können. Für den Drahtseilkünstler ist seine Balance auf dem Seil die Voraussetzung.

Beginne deine innere Reise!

Wenn du konsequent übst und nicht aufgibst, wirst du sehr bald die ersten Früchte deiner Bemühungen spüren! Es wird Situationen geben, mit denen dir ein für alle Mal klar wird, dass Meditation wirkt! Aber hüte dich davor, solche bemerkenswerten Situationen des Wohlgefühls, der Entspannung und der neuen Sicht auf dich und die Dinge wiederholen oder festhalten zu wollen.

Wenn unser Künstler auf dem Seil von seinen ersten Schritten auf dem Seil so überwältigt ist, wird er die Konzentration verlieren und vielleicht vom Seil stürzen. Wenn du zu sehr an deinen Erfolgen haftest, wirst du die Konzentration auf deinen Weg verlieren. Meditation erlernen und verstehen hilft, solche Momente zu kontrollieren.

Obwohl du Meditation überhaupt erst beginnst, um Resultate zu erleben, musst du darauf achten, Resultatdenken zu vermeiden. Es mag wie ein Paradox klingen, aber es ist wichtig zu verstehen.

Die Jagd nach Resultaten wird vom Begehren getrieben. Zwar ist Begehren, ebenso wie das Ablehnen, eine natürliche Eigenschaft, die wir von Geburt an mitbringen, aber es ist ein Hindernis auf dem Weg der Meditation. Deshalb wird im Zusammenhang mit Meditation so oft von “Wunschlosigkeit” gesprochen. Meditation erlernen und verstehen ist der Schlüssel dazu.

Wir Menschen sind in erster Linie für das Überleben konzipiert

Überleben in einer Welt, die oft gefährlich sein kann, ist ein evolutionäres Grundprinzip! Wir sind nicht dafür konzipiert, um glücklich zu sein. Das Glück müssen wir uns verdienen. Die Fähigkeit zum überleben und das noch schlafende Potential zu Einsicht und innerer Entwicklung, bekommen wir als Grundausstattung mit der Geburt geschenkt. Daher melden sich in vielen Situationen unseres Lebens immer wieder die beiden Tendenzen des Begehrens oder des Ablehnens und wir können in der Meditation lernen, wie wir mit angeborenen Automatismen bewusst umgehen, ohne von ihnen benutzt zu werden. Meditation erlernen und verstehen hilft uns, diese Automatismen zu erkennen.

Dass Begierde und Ablehnung vor allem in der Meditationsübung aufkommen, ist gar nicht schlimm. Es ist natürlich. Wichtig alleine ist, wie ich damit umgehe. Wenn ich mich darüber ärgere oder der Begierde oder der Ablehnung nachgebe, weiß ich, dass ich noch üben muss.

Richtig ist, aufkommende Begierde oder Ablehnung zu bemerken und loszulassen – ihr nicht nachzugeben, dann haben diese Tendenzen keine Macht über mich und ich bin schon einen Schritt weiter.

Einst kam der Schüler zum Meister und sagte: “Meister, ich habe jetzt alles losgelassen. Was soll ich jetzt tun?”. Darauf der Meister: “Lass es los!”.

Auf eine Leistung stolz zu sein, ist natürlich und es motiviert weiter zu machen. Aber Stolz kann in der Meditation auch zum Hindernis werden, weil wir dann nicht mehr auf unseren Weg, sondern auf ein Resultat konzentriert sind. Hier gilt das Gleiche, wie für Begierde und Ablehnung: Erkennen und loslassen! Immer wieder. Meditation erlernen und verstehen hilft dabei, diese Hindernisse zu überwinden.


Meditations-Methoden und ihre Wirksamkeit

Aktive Methoden

Aktive Methoden umfassen Praktiken, die vor allem durch körperliche Bewegung ausgeführt werden. Dazu zählen Tanzmeditationen, meditative Gehübungen sowie achtsame Handlungen im Alltag.

– Nadabrahma

– Kundalini

– Awareness-Walk

Stille Methoden

Stille Methoden verzichten bewusst auf körperliche Bewegung und minimieren äußere Reize, um Ablenkungen zu vermeiden.

– Ruhe- und Einsichtsmeditation

– BodyScan-Meditation

Vergleich aktiver und stiller Methoden  

Eines muss von vornherein klar sein, Methoden sind niemals die Meditation selbst!

Methoden sind lediglich hilfreiche Werkzeuge, um den Zugang zur Meditation zu ermöglichen. Selbst wenn ich eine Methode perfekt beherrsche, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass ich tatsächlich meditiere. Es könnte sein, dass ich nur eine erlernte Technik abspule, die nichts mit Meditation zu tun hat. Die Methode dient einzig dazu, den Geist zu beruhigen und ihn in einen Zustand entspannter Konzentration zu führen, aus dem heraus die Meditation entstehen und sich vertiefen kann.

Methoden, die kaum ablenkende Reize bieten, sind wirkungsvoller für das Erreichen von Meditation..

Warum ist das so?

Methoden gibt es viele. Hunderte, aus verschiedenen Zeiten und Traditionen. Aktive und passive. Stille und solche, die von Medien unterstützt werden.

Unser Geist sucht immer nach Beschäftigung und wechselt dabei von einem Reiz zum nächsten und vergleicht und bewertet die Reize, um zu lernen. Konzentration auf eine Sache ist also von Natur aus nicht seine Stärke.

Bei seiner wechselnden Beschäftigung mit verschiedenen Reizen bleibt er immer auf einer oberflächlichen Ebene der Wahrnehmung und Reizverarbeitung.

Natürlich hat das auch einen Sinn. Die Evolution hat alle Wesen, wie natürlich auch uns Menschen, mit perfekten Überlebens-Strategien ausgestattet. Daher sind unsere Sinne immerzu wie Antennen nach außen gerichtet, um Gefahren und Chancen schnell erkennen zu können.

Unsere Sinne sind von Natur aus wie Antennen nach außen gerichtet…

Meditation ist eine Reise nach innen. Wir richten in der Meditation unseren Geist nach innen und weniger nach außen, weil wir die vielfältige Natur unseres Geistes auf den tieferen Ebenen erkunden und entwickeln wollen. Dort kommen wir wirklich in Verbindung mit uns selbst. Es ist die Voraussetzung, um uns selbst und unsere Potentiale erkennen und entwickeln können.

Meditations-Methoden, die wenig Ablenkung von außen anbieten, führen direkter und tiefer in die Meditation. Es sind Methoden, die in Stille mit inneren Meditationsobjekten, wie Atembetrachtung, praktiziert werden.

Je weniger ablenkende Reize, desto besser…

Solche Methoden sind schwieriger zu praktizieren, weil unser Geist daran gewöhnt ist immer wieder abzuschweifen, indem er nach Reizen sucht, um ihnen zu folgen.

Methoden, die mit musikalischer Begleitung oder mit sprachlicher Anleitung ablenkende Reize anbieten, bedienen die abschweifende Gewohnheit des Geistes und halten den Geist eher im Grenzbereich zum Eintritt in die Meditation.

Stille Methoden sind für Übende besonders empfehlenswert, die bereits Erfahrung mit Meditation gesammelt haben und ihr meditatives Erleben vertiefen wollen.

Aktive Methoden eignen sich vor allem für Anfänger der Meditationspraxis, um erste Erfahrungen mit meditativer Innenschau zu sammeln.


Politik und Meditation

In Zeiten brisanter politischer Ereignisse rückt das Interesse an spirituellen Themen wie Meditation und Achtsamkeit für viele Menschen in den Hintergrund. Die Aufmerksamkeit richtet sich stark nach außen und kaum noch nach innen. Dabei sind Meditation und Achtsamkeit geistige Praktiken, die überwiegend nach innen gerichtet sind.

Schließen sich Politik und Spiritualität — also auch Meditation — deshalb aus? Ich denke nicht. Viele zeitgenössische spirituelle Lehrer, etwa Jiddu Krishnamurti oder Osho, griffen wiederholt gesellschaftliche und politische Probleme auf und brachten sie in ihren Diskursen zur Sprache. Auch der spirituelle Weg des Buddha begann mit der Frage, wie menschliches und gesellschaftliches Leid — das sich in politischen Entscheidungen ausdrückt — überwunden werden kann. Er beschrieb einen „mittleren Weg“, der für ihn und viele seiner Nachfolger einen praktischen Weg zur Linderung des Leidens bot. Bis heute haben viele Menschen ihren Weg zur inneren Befreiung jedoch noch nicht gefunden.

Typisch für Denken und Handeln in unserer Welt ist die Neigung, die Ursache eigenen Leids in äußeren Bedingungen zu suchen; die Schuldigen scheinen oft die anderen zu sein. Spiritualität hingegen betont Selbstverantwortung — eine Perspektive, die dem Ego schwerfallen kann.

Wie kann Meditation in schwierigen Zeiten Klarheit schaffen? Meditation kann das Erkennen stärken und verfeinern. Das heißt, man lernt, gegenüber Wahrnehmungen äußerer Ereignisse und gegenüber eigenen Gedanken einen Schritt zurückzutreten, innezuhalten statt automatisch zu reagieren, und Wahrnehmungen zu benennen. Dadurch löst sich die Gewohnheit, Wahrnehmungen sofort zu bewerten und mit dem eigenen Selbst zu identifizieren. Es entsteht eine Art Vogelperspektive mit einem frischen Blick auf die Dinge. „Schau hin, was wirklich ist!“ oder: „Lass dich nicht von eingefahrenen Reaktionsmustern leiten!“ — solche Hinweise finden sich oft in spirituellen Texten.

An diesem Punkt kann es schwierig werden, weil das Ego auf Sicherheit und Konsistenz bedacht ist und Veränderungen, die das eigene Denken infrage stellen, ablehnt. Mit zunehmender meditativer Übung verliert das Ego an Widerstand; alternative Betrachtungen werden leichter möglich. Auf diese Weise weitet sich der innere Debattenraum, verhärtete Überzeugungen lockern sich, und ein konstruktiver Dialog mit anderen wird wahrscheinlicher.

Das ist gerade in Zeiten brisanter politischer Ereignisse hilfreich: Das Beharren auf der eigenen Meinung und die Ablehnung anderer Positionen verlieren an Härte, wodurch konstruktivere gesellschaftliche Gespräche gefördert werden.


Irrwege vermeiden

Ich möchte heute mal ein wenig über Meditation sprechen. Eigentlich ist ja schon alles gesagt. Ich kann dir nichts Neues erzählen. Bücher, Videos, Kurse - alles ist voll mit Informationen zu Meditation.
Warum will ich dennoch darüber sprechen`?
Ganz einfach. Weil es wichtig ist - enorm wichtig - auf was man bei aller Anleitung und Erklärung besonders achten sollte, um Meditation wirklich zu verstehen und langfristig erfolgreich praktizieren zu können.

Ein markanter Fehler, den die meisten begehen, ist, sich zu sehr mit einer Methode zu beschäftigen.
Was ist eine Methode? Du kennst sicher die Meditations-Methode der Atembetrachtung. Still zu sitzen und die Empfindung der Atembewegung wahrzunehmen und Gedanken vorüberziehen zu lassen. Das ist die klassische Methode schlechthin, die jeder vor Augen hat, wenn er an Meditation denkt.
Es gibt viele weitere Methoden, auch bewegte Methoden, Singen, Tanzen, bewusstes Gehen, usw. Es gibt Tausende von Methoden und du kannst dir eine aussuchen und sie genau studieren, bis du sie genau kennst. Aber das alleine wird dich nicht in Meditation bringen.


Ich möchte dir eine Geschichte erzählen, die verdeutlicht, um was es geht.
Vor vielen Jahren, als der Mountainbike-Boom begann, hatte mich dieser Boom auch gepackt und ich hatte mir ein tolles Highend-Bike gekauft. Und ich dachte - damit bin ich jetzt der King! Tatsächlich hatte ich mich bei einem Trial-Wettbewerb angemeldet und mit diesem Bike würde ich garantiert auf die ersten Plätze kommen.
Auf der ersten Runde des Parcours machte ich jedoch auf einem Downhill-Abschnitt einen filmreifen Salto.
Ich hatte zwar das Bike mit den tollsten Eigenschaften, aber meine Eigenschaften als Fahrer waren dafür nicht angepasst.
Es kam also nicht nur auf mein Bike an, sondern vor allem darauf, ob ich damit umgehen kann. Ein qualifizierter Fahrer, der die Bodenbeschaffenheit und sich selbst einschätzen kann und die Physik kennt, hätte den Parcours mit einem billigen Klapprad besser bewältigt.
 
Das Gleiche gilt für Meditation. Eine Methode genau zu kennen und ihren Ablauf korrekt zu praktizieren, bringt dich noch nicht in die Meditation.
Es müssen vielmehr die inneren Prozesse verstanden werden, die während der Übung im Geist ablaufen. Es muss erkannt und verstanden werden wie der Geist funktioniert.
Um die Funktionsweise des Geistes kennenzulernen und zu verstehen, ist es wichtig vorbehaltlos und konzentriert hinzuschauen und zu erkennen was der Geist macht. Es geht nicht darum, ob er es gut oder schlecht macht, sondern es geht allein um das unbewertete Erkennen.
 
Dieses unbewertete Erkennen ist die eine von zwei Richtungen, in die Meditation geht: Klare Einsicht in den eigenen Geist - Vipassana.
Vipassana wird fälschlicherweise oft als Methode bezeichnet. Es ist keine Methode. Es ist schlicht Einsicht in den eigenen Geist, um zu erkennen wie er funktioniert.
Samatha ist die andere Richtung. Auch Samatha - Ruhe -  wird fälschlicherweise als Methode bezeichnet. Es ist schlicht die andere Richtung der Meditation, in welcher der Geist beruhigt wird, um dadurch Einsicht zu gewinnen.
 
Als nicht identifizierter Beobachter erkennen, wie Gedanken auftauchen, welche Themen sie mitbringen und wie Gedanken wieder vergehen, ist Einsicht und der Einstieg in die Meditation.
Die Meditation vertieft sich, wenn die klare und friedvoll tiefe Stille hinter den geistigen Bewegungen aus Gedanken, Gefühlen und Empfindungen immer bewusster wird und immer mehr in den Vordergrund tritt.
 
Diese tiefe Stille wird auch Leerheit genannt. Aber sie ist alles Andere als leer. Sie ist Fülle, in der ich das erfahre, was ich in der äußeren Welt mit allerlei Ersatzbefriedigungen zu erfahren suche. Es ist Frieden, es ist Dankbarkeit und Liebe, die kein Objekt brauchen. Es sind Frieden, Dankbarkeit und Liebe, die aus sich selbst heraus entstehen.